Rechtsanspruchauf ein FreiwilligesGesellschaftsjahr.
starke Demokratie
Ein freiwilliges Gesellschaftsjahr stärkt junge Menschen, soziale Einrichtungen, die Bundeswehr und den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Allerdings wird das Potential bislang noch nicht vollständig genutzt: Interessierte Jugendliche finden keinen passenden Zugang, es fehlt an Orientierung und Wissen über die Möglichkeiten. Das Pilotprojekt „Rechtsanspruch auf ein Freiwilliges Gesellschaftsjahr“ setzt genau hier an. Im Odenwaldkreis und in Frankfurt Kalbach-Riedberg verschicken wir rund 6.000 Gutscheine für ein Freiwilliges Gesellschaftsjahr an Jugendliche.
Das Pilotprojekt bietet eine Vermittlung auf einen Einsatzplatz und Orientierung und Beratung – mit dem Ziel, die Zahl der Freiwilligen, die sich für die Gesellschaft engagieren, deutlich zu erhöhen.
Das Pilotprojekt orientiert sich inhaltlich an dem Positionspapier der Freiwilligendienst-Verbände „Freiwilligendienste 2030 – Vision für eine Kultur selbstverständlicher Freiwilligkeit“ sowie an zentralen Erkenntnissen der Studie der Bertelsmann Stiftung „Ermöglichen und gewährleisten. Wie ein Rechtsanspruch auf ein Gesellschaftsjahr junge Menschen ermächtigt und die Gesellschaft stärkt“.
Schirmherr Boris Rhein,Ministerpräsident von Hessen.
In seiner Funktion als Schirmherr des Pilotprojekts richtet sich der Hessische Ministerpräsident gemeinsam mit der Hessischen Sozialministerin Heike Hofmann direkt an junge Menschen in der Modellregion. Mit persönlichen Briefen laden sie dazu ein, sich mit der Idee eines freiwilligen Dienstes zu beschäftigen und eigene Perspektiven zu entwickeln.
Die Briefe enthalten einen Gutschein, der den Zugang erleichtert und Unterstützung bietet, von Beratung über Hilfe bei der Suche bis hin zur begleitenden Projektphase. Ziel ist es, Hürden abzubauen, Engagement zu fördern und freiwillige Dienste langfristig zu stärken.
Einladung an junge Menschen in der Modellregion Odenwaldkreis und Frankfurt Kalbach-Riedberg
Du stehst vor einem wichtigen Übergang: Die Schulzeit geht zu Ende – und vor dir liegen viele Möglichkeiten: Ausbildung, Studium, vielleicht erst einmal Orientierung? Genau hier setzt das Angebot MACH. DEIN.JAHR. an.
Unsere Gesellschaft – auch hier in Hessen – lebt davon, dass Menschen Verantwortung übernehmen: füreinander und für das Gemeinwohl. Gleichzeitig wissen wir: Gute Entscheidungen brauchen Zeit, Information und Wahlfreiheit. Deswegen unterstützen wir dieses Pilotprojekt für ein freiwilliges Gesellschaftsjahr (FGJ).
Mit dem beiliegenden Gutschein laden wir dich ein, dir diese Möglichkeit ganz konkret anzuschauen. Er eröffnet dir den Zugang zu einem Gesellschaftsjahr – zum Beispiel in Kindergärten, in Schulen, in der Altenpflege, bei der Bundeswehr, im Theater, im Museum, im Katastrophenschutz oder in anderen Bereichen, in denen Engagement zählt. Du bekommst dazu Beratung und Unterstützung, um herauszufinden, was am besten zu dir passt.
Als Hessischer Ministerpräsident und als Hessische Sozialministerin ist es uns ein besonderes Anliegen, jungen Menschen Wege zu eröffnen, wie sie sich einbringen, Erfahrungen sammeln und Orientierung gewinnen können – freiwillig, ohne Zwang. Gerne unterstützen wir dieses Projekt, weil wir als Land neue Wege gehen wollen: Wir wollen nicht vorschreiben, sondern ermöglichen.
Ein Gesellschaftsjahr soll fair, gut begleitet und für alle zugänglich sein. Mit diesem Gutschein stellen wir sicher, dass Du informiert und beraten wirst und somit eine echte Auswahl hast. Uns interessiert: Was macht ein Gesellschaftsjahr für dich attraktiv? Was brauchst du, um dich zu engagieren? Deine Erfahrungen helfen uns, bessere Angebote zu machen.
Ein Gesellschaftsjahr kann dir viel geben: neue Perspektiven, praktische Erfahrungen, Einblicke in Berufe, die unsere Gesellschaft zusammenhalten – und das gute Gefühl, etwas Sinnstiftendes zu tun. Es ist kein Muss. Es ist ein Angebot. Ein Angebot an dich.
Wir freuen uns, wenn du den Gutschein nutzt und dir ein eigenes Bild machst.
MACH. DEIN. JAHR.
Herzliche Grüße
Projektziele.
Ziel des Projekts ist es, eine deutliche Steigerung der Anzahl der Jugendlichen zu erreichen, die sich für ein freiwilliges Gesellschaftsjahr entscheiden, und zugleich Chancengleichheit im Zugang zu einem Gesellschaftsjahr zu fördern sowie Teilhabe und gesellschaftliches Engagement junger Menschen zu stärken.
Es sollen empirische Erkenntnisse darüber gewonnen werden, welche Auswirkungen die Maßnahmen des Projekts auf die Anzahl der Freiwilligen haben. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Simulation eines Rechtsanspruchs auf ein freiwilliges Gesellschaftsjahr, Informations- und Beratungsangebote sowie monetäre Anreize. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, Erkenntnisse zur praktischen Umsetzung eines dienstübergreifenden, allgemeinen Gesellschaftsjahres im Mehr-Säulen-Modell zu gewinnen.
Das Projekt soll einen konkreten Beitrag zur politischen Diskussion über ein Gesellschaftsjahr leisten und den Rechtsanspruch auf ein freiwilliges Gesellschaftsjahr als realistische und umsetzbare Option darstellen, die sowohl den Jugendlichen als auch der Gesellschaft zugutekommt.
Elementedes Pilotprojekts.
Das Pilotprojekt simuliert den Rechtsanspruch auf Freiwilligendienst in den Modellregionen im Odenwaldkreis und im Stadtteil Kalbach-Riedberg in Frankfurt am Main. Kern sind drei zentrale Bausteine, die gemeinsam den Zugang, die Attraktivität und die Verbindlichkeit des Freiwilligen Gesellschaftsjahres sicherstellen.
Alle Jugendlichen aus der Modellregion erhalten vom Schirmherrn, der Ministerpräsident Boris Rhein, gemeinsam mit Heike Hofmann, Hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, eine Einladung sowie einen Gutschein für ein Freiwilliges Gesellschaftsjahr. Dies symbolisiert die Idee eines Rechtsanspruchs auf ein Gesellschaftsjahr. Mit dem Gutschein erhalten die Jugendlichen einen Anspruch auf Vermittlung eines Einsatzplatzes. Zugleich trägt er zur Chancengerechtigkeit bei und steht für die einladende Grundidee des Projekts: Wer sich engagieren möchte, soll dies tatsächlich tun können.
Die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes im Inland oder Ausland oder eines Dienstes in der Bundeswehr im Rahmen eines Freiwilligen Gesellschaftsjahres sind vielfältig und für junge Menschen oft schwer zu überblicken. Das Projekt informiert die Jugendlichen daher kostenlos und ergebnisoffen über die unterschiedlichen Optionen eines Freiwilligen Gesellschaftsjahres. Den Ausgangspunkt der Information bildet die Mach. Dein. Jahr. Jugendseite, die über einen QR-Code auf dem Gutschein direkt zugänglich ist. Ziel ist es, Orientierung zu geben, Entscheidungsprozesse zu unterstützen und eine informierte Wahl zwischen den verschiedenen Dienstformen zu ermöglichen.
Zusätzlich zu den regulären Leistungen erhält ein Teil der Freiwilligen ein Freiwilligengeld, das sich am BAföG-Höchstsatz orientiert. Dadurch sollen finanzielle Zugangshürden reduziert und die Sicherung der Lebenshaltungskosten gewährleistet werden, um die Teilnahme an einem Gesellschaftsjahr unabhängig von der individuellen finanziellen Situation der Jugendlichen bzw. ihrer Familien zu ermöglichen.
Projektablauf 2026-2027.
Der Zeitstrahl zeigt die wichtigsten Meilensteine des Pilotprojekts - von der Einladung zum Freiwilligen Gesellschaftsjahr bis zur wissenschaftlichen Auswertung.
WissenschaftlicheBegleitung.
Das Pilotprojekt wird von Beginn an durch eine unabhängige Evaluation begleitet. Sie untersucht die Wirksamkeit aller Maßnahmen und liefert belastbare Daten für die politische Debatte.
Das Pilotprojekt “Rechtsanspruch auf ein Freiwilliges Gesellschaftsjahr” wird wissenschaftlich begleitet. Ziel ist es, belastbare Daten über Wirkung und Machbarkeit zu gewinnen: Welche Faktoren steigern die Zahl der Freiwilligen, wie wirken Beratung und finanzielle Anreize, und welche Erfahrungen machen Träger und Einsatzstellen?
Durch diese Evaluation entsteht eine fundierte Grundlage für die politische Diskussion und eine mögliche bundesweite Einführung.